Mittwoch, 16. September 2009

Von Bucaramanga bis Cartagena


Letztes Wochenende wurden wir in Bucaramanga sehr sehr herzlich von einer Familie empfangen und bewirtet, die wir bis dato noch nicht mal kannten. Es war die ehemalige Gastfamilie von Matthias Bruckner, dem Gruender der Fundacion Romelio (dem Hilfsprojekt fuer das wir als Kinder alle anlaesslich des Hungermarsches durch den Pfaelzer Wald spaziert sind:) Nun nach 20 jaehrigem Bestehen wollten wir uns das Projekt selbst ansehen. Ich war sehr beeindruckt davon, wie sehr die Fundacion Romelio in den letzten Jahren gewachsen ist und mit wie viel Liebe und Hingabe sich Susanna, Hernando und Yolanda (die ehem. Gastfamilie von Matthias) um ihre NGO kuemmern. Nach einem guten kolumbianischen Mittagessen haben sie uns sehr ausfuerhlich und aufwendig ihren Kindergarten praesentiert und bei uns einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Es war faszinierend zu sehen, was aus einem solch kleinen Projekt mit den richtigen Leuten werden kann. Ich hab auch noch Tage danach staendig davon gesprochen, weil ich so begeistert war...

Danach hiess es Szenenwechsel und ab nach Santa Marta an die Karibikkueste. Dort haben wir an wunderschoenen einsamen Sandstraenden im Parque Tayrona gechillt und in Haengematten auf einer kleinen Halbinsel direkt am Meer uebernachtet. Traumhaft schoen. Seit gestern sind wir hier in Cartagena, der aeltesten Stadt des Kontinents. Es ist eine alte wunderschoen erhaltene bzw restaurierte Kolonialstadt in der man tagelang Sightseeing machen kann. Mir tun jetzt schon die Fuesse weh und wir haben noch immer nicht alles gesehen:)

Freitag, 11. September 2009

Von San Agustin bis San Gil


Die letzten Tage in San Agustin haben wir mit einem rasanten Pferdeausflug verbracht, bei dem mein Pferd Paloma am liebsten die ganze Zeit nur galopiert waere, was etwas anstrengend und schmerzhaft, aber spassig war. Wir haben diverse Steinskulpturen und Graeber im Umkreis von San Agustin per Pferd besichtigt. Danach gings in 15 Std vom Sueden Kolumbiens ins wunderschoene Villa de Leyva. Ein altes Kolonialstaedtchen noerdlich von Bogota. Dort haben wir neben einer Stadtbesichtigung eine kleine Wanderung auf einen Aussichtspunkt unternommen und einfach die Zeit mit anderen Travelern in unserem wunderschoenen Landhostel genossen. Seit gestern sind wir nun in San Gil, dem Outdoor Zentrum Kolumbiens. Hier sind wir heute durch den Dschungel zu einem 180 Meter hohen Wasserfall gewandert an dessen Fusse wir baden konnte. Leider bin ich auf dem Rueckweg ueber die fetteste Kroete aller Zeiten, so dass ich vor lauter Schreck fast den Abgrund hinunter gesprungen waere. Steffen hat mich dann lachend daran vorbei gelotzt. War eines dieser Erlebnisse, was man sich mit Froschphobie echt sparen koennte. Danach gings noch in den Botanischen Garten mit natuerlichem Swimmingpool, in dem ich mich zwischen riesigen Tolkien aehnlichen Baeumen von dem Kroetenschreck erholen konnte. Morgen gehts weiter nach Bucarramanga, wo wir von den Romelio Leuten die Projekte gezeigt bekommen werden. Bin schon sehr gespannt auf die Arbeit dort...

Sonntag, 6. September 2009

Von Bogota bis San Agustin

Nun sind wir schon eine Woche hier in Kolumbien unterwegs und esist einfach traumhaft. Angefangen haben wir in Bogota, wo wir uns Kultur pur in Form von Museen und Ausstellungen gegeben haben. Super schoene lebhafte Stadt mit vielen netten Menschen. Danach gings weiter nach Cali, wo es sehr sehr heiss war und wir uns nach einem Tag Stadtbesichtigung mit Abstecher in ein Einkaufszentrum in Richtung Popayan aufgemacht haben. Die weisse Stadt Kolumbiens, aehnlich wie Arequipa in Peru nur kleiner und eben in Kolumbien. Seit gestern sind wir nun hier im wunderschoenen San Agustin, in mitten einer gruenen erfrischenden Huegellandschaft, in der es neben Ruinen, lustigen Steinfiguren, Reitausfluegen und Rafting auch einfach nur die Natur zu geniessen gilt. Hier lassen wir also noch ein paar Tage die Seele in der Haengematte baumeln bevor es weiter geht Richtung Norden und Karibikkueste. Eins steht jedoch jetzt schon fest: die Kolumbianer sind mit Abstand das netteste Volk (neben den Guatemalteken und den Laoten), das ich je getroffen hab und wir geniessen es sehr, hier so herzlich empfangen zu werden. Die Leute sind alle sehr hilfsbreit und vor allem auch offen und lachen den ganzen Tag, was so langsam schon ansteckend wird. Eine wahre Erholung also nach den 7 Monaten Peru!!! Julia und Fanni, schade dass ihr nicht dabei seid. Dieses Land haette euch mit Sicherheit genau so in seinen Bann gezogen wie uns!!!

Montag, 31. August 2009

Abschied von Areuqipa

Nun ist es soweit: 6 Monate Praktikum sind vorbei. Ich hab ne Menge gelernt, viele wichtige Erfahrungen gesammelt und bin schon ein bissl traurig, dass jetzt so plötzlich alles vorbei ist. Wir haben uns letzten Donnerstag mit einer Abschiedsparty im viventura Haus von Freunden und Kollegen verabschiedet und sind am Samstag mit ca. 90 Kilo! Gepäck Richtung Lima aufgebrochen. Hier haben wir es uns in dem schönen Viertel Barranco, direkt am Meer gemütlich gemacht und werden heute Nachmittag in den Flieger Richtung Kolumbien steigen. 4 Wochen Abenteuer erwarten uns und im Anschluss ein Treffen mit meinen Mädels hier in Peru. Was will man mehr?! Ich werde euch auf alle Fälle von unterwegs aus berichten. Liebe Grüße in die Heimat!

Mittwoch, 5. August 2009

Besuch von Chris



Die zwei Wochen, in denen uns unser treuer Reisegefährte Chris aus Deutschland besucht hat, sind sehr schnell vergangen. Es war schön, ein Stück Heimat hier zu haben und neue Geschichten von den Homies zu hören. Gemeinsam haben wir eine schöne Woche in Cusco und eine abenteuerliche Rad-, Wandertour zu der heiligen Stätte Machu Picchu erlebt, auf der nicht immer alles so glatt lief. Ich hoffe, es hat dir trotzdem gefallen, Chris?! Die Fotos dieses Abenteuers könnt ihr unter Cusco und Machu Picchu begutachten.
Nun ist Chris wieder zuhause und hier hat bereits der letzte Monat begonnen. Noch drei Wochen arbeiten, die letzten Highlights rund um Arequipa erleben (siehe auch unter Fotos bei Oase im Colca) und dann ziehen Steff und ich weiter nach Kolumbien bis Ende September bis dann auch schon meine Mäd zu Besuch kommen, worauf ich mich natürlich sehr freue.
Bis dahin liebste Grüße in die Heimat und noch mal FELICIDADES AN MEIKE UND MIGUEL ZUR HOCHZEIT. SCHÖNES LEBEN NOCH:)

Montag, 29. Juni 2009

Bolvien



2 Wochen Bolivien liegen hinter uns. Schön war s, sehr schön sogar. Ich muss sogar sagen, dass mir die Bolivianer besser passen als die Peruaner. Der Tourismus dort ist noch lange nicht so weit fortgeschritten wie in Peru und das tut auch den Menschen gut. Das heißt die Jagd auf das verfluchte Geld der Touris ist noch nicht so deutlich zu spüren. Stattdessen begegnen einem die Bolivianer als sehr hilfsbereites und freundliches Volk, das sich über den ausländischen Besuch freut, da er natürlich Geld ins Land bringt. Aber trotzdem wird man noch mit viel Respekt und Höflichkeit behandelt. Hoffentlich bleibt s auch noch ne Weile so, denn so hab ich auch Peru vor 5 Jahren kennen gelernt...
Wir haben viel erlebt in den beiden Wochen: Angefangen in La Paz- eine boomende Metropole auf 4000 Metern Höhe mit sehr viel Flair, aber auch Armut. Überall stolpert man über Penner, die einen anbetteln und das Brot oder die Orange dann aber auch dankbar annehmen (noch ein Unterschied zu Peru: hier sind sich viele zu schade dafür oder haben es nicht so nötig, denn außer Geld wird hier nichts akzeptiert). 
Von La Paz aus haben wir versucht den Pico Austria zu erklimmen, einen 5400 Meter hohen Berg der Condoriri Bergkette. Leider hatten wir das Pech in El Alto (dem Armenviertel von La Paz) in einen heftigen Streik mit Straßenblockaden zu kommen, aus dem wir kaum noch rausgekommen sind, so dass uns am Ende die Zeit für den Gipfel gefehlt hat. Trotzdem wars ein sehr beeindruckender Ausflug. 20 km wandern und etwa 1000 Höhenmeter haben sich die folgenden Tage noch stark in meinen Gliedern bemerkbar gemacht. Wir haben viele Lamas und Schafe vor einer herrlichen Kulisse gesehen und waren vor allem ganz alleine dort unterwegs, fernab der Touriströme. Nebenan die 6000er Gletscher und unter uns zahlreiche Lagunen- das war schon sehr beeindruckend, auch ohne Gipfelerlebnis (siehe Bild oben).
Danach gings ab in den Dschungel, in nem Mini Militärflugzeug für 90 Euro Hin und Rückflug anstatt 2 Mal 20 Stunden Busfahrt auf einer Staubpiste für allerdings nur 16 Euro:) Man gönnt sich ja sonst nichts. Im Dschungel im Norden Boliviens oder besser gesagt den Pampas haben wir in einer netten Kleingruppe eine drei Tagestour gemacht. Unser Führer Viktor war super und hat uns viel erklärt und mit uns in seiner Nussschale den Fluss erkundet. Wir haben sehr sehr viele Vögel gesehen, Faultiere, Affen, Kaimane und Anakondas. Mein Highlight war das Schwimmen mit pinknen Delfinen. Ja, die gibts wirklich, aber auch nur in dieser Region in Bolivien. Faszinierende Tiere, die einen gegen die im gleichen Fluss schwimmenden Kaimane verteidigen. Ein unglaubliches Erlebnis.
Nach so viel Hitze und Aufregung ging es zurück ins Hochland, nochmal La Paz und dann Sucre. Das ist wirklich die weiße Stadt Boliviens (so wie man über Arequipa in Peru sagt). Man hat direkt den Wohlstand gespürt, da wir an einem Sonntag angekommen sind und fast alles geschlossen war. Das gibt es normalerweiße in diesen Ländern nicht. Von dort aus sind wir wie das Vieh auf der Ladefläche eines LKWs in die Cordillera de los Frailes gefahren, um einen Tag lang einen alten Inkapfad entlang zu wandern. Nach ca. 1000 Höhenmetern Abstieg sind wir in einem sehr sehr kleinen Dorf gelandet, in welchem wir im Gemeindehaus übernachten durften und sogar was vom gemeinsamen Dorfessen abbekommen haben. 
Der nächste Stopp war Potosi, die einst reichste Stadt des Kontinents dank des Cerro Rico, des reichen Berges, der einst voller Silber war, welches die Spanier schön nach Europa geschafft haben. Leider konnte ich nicht mit zur Minentour, da sich das viele Essen auf Märkten und der Straße bemerkbar gemacht haben. Vielleicht war mein Magen doch noch nicht so resistent wie der eines Bolivianers...
Wieder einigermaßen fit gings in den südwestlichsten Zipfel Boliviens, in den Salar de Uyuni/ zur größten Salzwüste der Welt. Ich hatte vor ein paar Jahren ja schon mal die Ehre, aber für Steff war es wohl eins seiner Highlights. In einer Tagestour haben wir mit dem Jeep den Salar erkundet und witzige Fotos gemacht (siehe bald unter Fotos).
Der letzte Stopp war der Titikakasee, auf dem wir die Islas Flotantes de los Uros (schwimmende Inseln der Uros) besucht haben. Einst zum Schutz zurückgezogen, lebt dieses Volk auch heute noch mitten auf dem See auf Schilfinseln und ernährt sich von Fischfang und Entenjagd. Sehr beeindruckend.
Glück hatten wir bzgl der Streiksituation, die weiterhin andauernd, aber gnädigerweise eine Pause eingelegt hat, welche wir dazu genutzt haben, um zurück nach Arequipa zu kommen. Es muss sich jedoch niemand Sorgen machen: die Straßenblockaden sind zwar nervig, aber völlig harmlos. Schlimmstenfalls steckt man 24 Stunden in einem Bus fest und kommt nicht vom Fleck. Also hoffen wir mal, dass die Regierung bald einlenkt und sich die Lage wieder etwas entspannt.

Donnerstag, 11. Juni 2009

Penner, Streiks und andere Nettigkeiten

Lange ist s her, dass ich hier was geschrieben hab und dabei ist doch so einiges passiert in letzter Zeit... Nur wo fang ich an?! Also mein Job macht mir eigentlich immer noch sehr viel Spaß, denn es steht ständig was Neues an. Mal muss ich Freiwillige betreuen und in die Projekte einführen, mal Kampagnen vorbereiten und mal, wie die komplette letzte Woche, drei Fotografinnen betreuen, die sich angeboten hatten, professionelle Fotos der Sozialprojekte für unsere Homepage zu machen. Mir wirds demnach nie langweilig. Auch die Deutschkurse machen mir noch viel Spaß und alle meine Schüler haben den ersten Zyklus bestanden und sitzen nun bei mir in der zweiten Runde:)
Ansonsten war ich letzte Woche mal wieder empört darüber, wie ignorant, diese Arequipenos doch sein können. Arequipa ist wohl so was, wie das München Deutschlands. Viele halten sich für was Besseres, wobei ich mich frage, weshalb. Also zuerst haben sie meinen peruanischen Freund Carlos mit einer nichtigen Erklärung nicht in eine Bar! gelassen. Das war bereits ziemlich diskriminierend. Dann auf dem Nachhauseweg haben mein australischer Freund Chris und ich einen Mann auf der Straße gefunden, der uns um Hilfe gebeten hat. Das hat mich sehr an die Situation in Mainz erinnert, als ich den Penner aufgesammelt hab und in unsern Hausflur gelegt hab. Das konnte ich hier nun schlecht machen, da es nicht mein Haus ist. Aber einfach wegschauen und weitergehen stand auch nicht zur Debatte, da er bei 15 Grad fast nichts mehr anhatte (keine Schuhe, keine Socken und keinen Pulli) und sein Gesicht stark geschwollen und blutig war. Er berichtete uns, dass man ihn verprügelt hätte und ihm buchstäblich das letzte Hemd geklaut hätte. Daraufhin haben wir versucht, andere Pasanten, die Polizei oder wenigstens ein Taxi anzuhalten. Niemand fühlte sich jedoch zuständig... Traurige Realität. Der nächste Einfall war ein Hostel, in dem wir ihm ein Bett zahlen wollten. Auch das hat nicht funktioniert. Daraufhin blieb nur noch die Klinik, in die wir laufen mussten. Zum Glück hatte ein junger und engagierter peruanischer Arzt Nachtdienst, der sich um ihn gekümmert hat und ihm für die Nacht ein Bett gegeben hat. Da der Mann nichts hatte, haben sie ihm auch nichts berechnet, was eine ungewöhnliche aber sehr heldenhafte peruanische Geste war. Somit gibt es wohl auch hier in Arequipa noch Gutmenschen:) Ich hab mich natürlich am nächsten Tag nach ihm erkundigt. Zum Glück war das Jochbein doch nicht gebrochen, wie ursprünglich vermutet, sondern nur stark geschwollen. Santiago, so hieß unser Patient, konnte mit ein paar Schuhen, einem Pulli und Schmerztabletten aus dem Krankenhaus am nächsten Morgen zurück auf die Straße entlassen werden. Hoffentlich passiert ihm so etwas nicht noch einmal...
Seit ungefähr einer Woche ist hier außerdem zusätzlich die Hölle los, da Peru gegen internationale Gesetze verstößt und einfach Regenwald an Ölmultis verkauft, ohne die indigene Bevölkerung darüber zu informieren. Die Situation hat sich so weit hoch geschaukelt, dass es schon sehr viele Tote gegeben hat. Das Schlimme daran ist, dass die Medien hier auch alle korrupt sind und deshalb nur von den bösen und wilden Indianern als Täter sprechen und die Polizei als Engel darstellen. Aber so ist es nicht, wie man z.B. in folgender europäischer Berichterstattung sehen kann.

http://www.epo.de/index.php?option=com_content&view=article&id=5075:untersuchung-des-massakers-an-indios-in-peru-

Auch die Mehrheit der peruanischen Bevölkerung will sich das nicht länger gefallen lassen, so dass heute das ganze Land in Streiks getretten ist. Es gibt kaum noch öffentliche Verkehrsmittel oder offene Geschäfte. Stattdessen ziehen die Menschen wutentbrannt in Streikmärschen durch die Straßen. Aber keine Sorgen, die Streiks verlaufen friedlich! Hoffentlich bringts was!?

Falls sich die Situation bis morgen beruhigt, reisen Steff und ich morgen Nacht nach La Paz in Bolivien, da wir ab nächster Woche 2 Wochen Urlaub haben. Wundert euch also nicht, wenn ich die nächsten beiden Wochen kaum online sein werde. Ich melde mich dann nach dem Urlaub wieder mit neuen Reiseberichten.

PS: Bald könnt ihr unter Fotos die neuen Bilder des letzten Monats sehen!